Ein Modellprojekt

 

Erfolgreiche Integration braucht die Migrantenorganisationen. Deswegen fördert der Bund die stärkere Partizipation dieser Organisationen. Bundesweit wurden 14 Modellprojekte eingerichtet.

Das Projekt KING, eine Zusammenarbeit "auf Augenhöhe" zwischen dem Yezidischen Forum e. V. und dem Diakonischen Werk Oldenburg e. V. ist das einzige dieser Modellprojekte in Niedersachsen. (Eine Übersicht der weiteren Standorte der Projekte finden Sie unter dem Punkt "Qualität sichern".)

 

 

„Interkulturelle Sensibilität“ führt weiter

Zu Gast beim Seniorenbeirat waren Ulrich Schleppegrell und Behiye Tolan vom Diakonischen Werk. BILD: wolfgang bednarz

 

Besonders den Einwanderern der ersten Generation mangelt es an Sprachkompetenz. Das könnte in der Altenpflege zu Problemen führen.

von Wolfgang Bednarz

Delmenhorst, 19. Januar 2011

Ulrich Schleppegrell vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Oldenburg macht sich keine Illusionen. „Man lebt nebeneinander her. Eine Verzahnung findet nur punktuell statt“, sagt er über die Gemeinsamkeiten von deutscher und migrantischer Bevölkerung, besonders der aus der ersten Einwanderer-Generation. Aber das müsse, findet er, nicht zwangsläufig und auf Dauer so weitergehen. Um über Jahrzehnte gewachsene Verkrustungen aufzubrechen, empfiehlt er eine „interkulturelle Sensibilität“, gepaart mit Wertschätzung, wohlwollender Neugier, Respekt, Akzeptanz, Vertrauen und kritischer Solidarität.

Über „Die Situation älterer Migranten und mögliche Handlungsperspektiven“ berichteten Schleppegrell und seine Kollegin Behiye Tolan am Mittwochmorgen in der Sitzung des Delmenhorster Seniorenbeirates. Schleppe­grell und Tolan betreuen im Yezidischen Forum Oldenburg ein auf zwei Jahre angelegtes Modellprojekt „Kompetent Integration gestalten“. Integration, so die Überzeugung von Schleppegrell und Tolan, funktioniere am besten in Zusammenarbeit mit den Migrantenorganisationen. Auch, weil die Wohlfahrtsverbände ihr eigenes Tun stets an der Sichtweise und an den Erfahrungen von Migranten messen sollten.

Migranten würden älter und in Zukunft auch zunehmend die Altenheime bevölkern. Bei der fehlenden Sprachkompetenz der Einwanderer der ersten Generation seien Probleme vorhersehbar, so Schleppegrell und Tolan. „Darüber“, bedauert er, „wird viel zu wenig geredet.“

Quelle: NWZ

DELMENHORST, 20. Januar 2011